12. Juli 2010
Nachdem es im letzten Monat mit der Teilnahme am Lesezirkel nicht wie angedacht geklappt hat, nahm ich mir für das diesmonatige Die Eleganz des Igels anspruchsvolle Pläne, um es innerhalb des aktuell sehr heißen Julis fertigzulesen. Doch sie sollten gar nicht notwendig sein, denn innerhalb weniger Stunden des letzten Wochenendes habe ich die Lektüre bereits abschließen können. Und dies ist nicht auf meinen ehrgeizigen Plan, sondern vielmehr auf die Faszination des Buches zurückzuführen.
Der Inhalt
Paloma, ein zwölfjähriges Mädchen, plant ihren eigenen Selbstmord, den sie an ihrem dreizehnten Geburtstag vollziehen will. Innerhalb der Zeit die ihr bis dahin noch bleiben wird, legt sie ihre tiefgründigen Gedanken und ihre noch nicht abgeschlossene Suche nach dem Schönen, Lebenswerten in der Welt dar. Neben ihr spielt auch die 54-jährige Renée Michel die Protagonistin. Sie, aus einfachen, ländlichen Verhältnissen stammend und trotzdem intelligenter und intellektueller als in etwa jeder Bewohner des Stadtpalais, in dem sie seit dem Tod ihres Mannes als Concierge arbeitet. Um ihrem Stand gerecht zu werden, versteckt sie ihr Wissen sorgfältigst und ist mit dieser Situation oberflächlich betrachtet zufrieden. Durch ihre und Palomas Suche nach Ruhe und Abstand zu den Menschen drumherum, nähern sich die beiden an, was desweiteren durch den neuen Mieter im Palais, Kakuro Ozu, beschleunigt wird.
Um nicht zu weit vorzugreifen und anderen Lesern das Ende zu verraten, werde ich diese Zusammenfassung hier nun beenden.
Meinung und Fazit
Trotz der teils schweren Sprache ein wunderbar leicht zu lesendes Buch, welches derart faszinierend ist, dass ich nicht länger als ein Wochenende Zeit benötigt habe, um es zu lesen. Dies soll weniger darauf hindeuten, dass man das Buch schnell abgefrühstückt hat, als dass es fesselt, ohne dabei erdrückend zu wirken. Selten schaffe ich es Bücher solange am Stück zu lesen und im Nachhinein noch gut zu finden. Solche Bücher hätte ich mir als Schullektüre gewünscht. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist das absehbare Ende, welches einem Jeden spätestens nach dem Auftritt des Kakuro Ozu klar sein sollte.
Wovon ich allerdings abraten möchte oder vielmehr muss, ist das Anschauen der Verfilmung Die Eleganz der Madame Michel. Sollte man das Buch nicht gelesen haben, wird man nicht erfahren, warum man das Buch gut finden kann. Sollte man es bereits gelesen haben, ist es kaum aushaltbar diese Zerhackstückelung der Geschichte und die Umstrickung der Charaktere zu erleben.